17/03/2018

 Im Lied „Heroes“ singt David Bowie von den Helden, die wir alle zumindest einen Tag lang sein könnten. Es ist nicht anzunehmen, dass der Popstar beim Schreiben seines Welthits an Wien gedacht hat, auch wenn die Überschrift dieses Textes darauf hindeutet. Bekanntlich galt Bowies Liebe weniger der beschaulichen österreichischen Hauptstadt, als vielmehr dem heroischen Berlin, wo man zu cool ist, um schlecht drauf zu sein. Hierzulande dagegen muss man weder ein Held, noch freundlich sein – Wien hat sich seine einzigartige Mischung aus arrogantem Größenwahn, vernichtendem Minderwertigkeitskomplex, und dem alle Gesellschaftsschichten durchdringenden Grant bewahrt. Doch wie hat das eigentlich alles angefangen? Wann haben die Wiener gesagt, so, wir sind jetzt die Hauptstadt des Suderns...

09/02/2018

Zwei Wochen nach meinem siebzehnten Geburtstag hörte ich im Radio die Nachricht, dass der Wiener Künstler Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik gestorben war. Damals hatte ich keine genaue Vorstellung, wo die Dominikanische Republik lag, oder wie groß Falco wirklich war. Zu meiner Verteidigung: letzteres wussten wir damals alle noch nicht.

Seit drei Tagen ist Falco 20 Jahre tot – und es fühlt sich eigentlich viel länger an. Obwohl er ja irgendwie immer noch da ist: bei jedem U4 Besuch hofft man, um fünf in der Früh aus der Disko torkelnd, dass er gerade in diesem Moment beim Ausgang stehen wird, um sich noch schnell eine Zigarette anzuzünden. Dass er auf ein letztes Plauscherl mit dem legendären Türsteher stehengeblieben ist, bevor er nachhause geht. Natürlic...

24/01/2018

113.195 Flugzeuge sind im Jahr 2016 von Wien-Schwechat aus abgehoben – und ich hätte in jedem einzelnen davon sitzen können. New York, Stockholm, Tokyo oder Shanghai: Schwechat ist das Tor zur Welt, so unglaublich einem das auch erscheinen mag, während auf der A4 die trostlose Kulisse der Ölraffinerie an einem vorbeizieht. Fünf Wochen Urlaub hat man als arbeitender Mensch hierzulande pro Jahr, und die wollen erst einmal gefüllt werden: In Thailand am Strand sitzen und den Sonnenuntergang beobachten. Über den Grand Canyon schauend ein Selfie machen. Europäische Hauptstädte abklappern, bei denen man spätestens nach der zehnten nicht mehr weiß, worin sie sich eigentlich wirklich voneinander unterscheiden, außer dass die Kärntner Kasnudeln einmal Tortellini und dann wieder Pirogge h...

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